De Fläschegeischt

Es war einmal ein Fischerjunge, der nichts lieber machte als am See zu stehen, schon früh am Morgen. Der Sonne zuzuschauen, wie sie über den Himmel wandert, die Fische beobachten, den Wellen lauschen.

Eines Tages spülte es ihm eine leere Flasche vor die Füsse. Doch halt, die war gar nicht leer, da war etwas drin!

Der Junge war neugierig und öffnete die Flasche.

FG: „huu, ich bin ein Flaschengeist. Du hast mich aus der Flasche befreit, deshalb kannst du dir nun drei Mal etwas wünschen.“

J: „Hm, ich könnte mir gaaanz viel Geld wünschen. Dann müsste ich nicht immer fischen, sondern könnte jeden Tag spielen. Und meine Eltern müssten auch nicht arbeiten. Sondern könnten den ganzen Tag zuhause sein, fein kochen für uns, mit mir spielen… Ich möchte 1Million Franken.“

„Das sollst du haben“, sagte der Flaschengeist und schwupp lag neben dem See ein riesengrosser Berg voller Frankenstücke. So gross, dass man dazu mindestens 20 Eseli mit ihren Karren gebraucht hätte, um es nach Hause zu bringen. Und der Bub hatte ja nicht mal einen Korb dabei, um es nach Hause zu tragen.

J: „ui, das ist aber ein grosser Berg Geld! Aber hier nützt es mir ja gar nichts. Ich wünsche mir, dass du das Geld in unsere Wohnung zauberst. So viel soll da rein, wie nur Platz hat.

Und der FL erfüllte dem Jungen den zweiten Wunsch. All die Frankenstücke füllten die Wohnung. Bis zur hintersten Ritze. So voll war die Wohnung mit Geld, dass es nicht mal mehr möglich war, die Haustüre zu öffnen, oder ein Fenster.

Der Bub konnte nicht mehr in die Wohnung rein und auch seine Eltern nicht, als sie am Abend nach Hause kamen. Sie konnten nicht kochen, sie konnten nicht spielen und überhaupt, waren ja auch all die Spielsachen, die der Bub besass in der Wohnung drin und somit eingesperrt. Auch sein Lieblingskuscheltier war dort drin, bei all dem Geld… und auch ins Bett gehen konnten sie nicht. Es wurde Nacht und es wurde kalt. Und Hunger hatten sie auch. Da sagte der Bub:

J: „das ganze Geld da drin, das nützt uns gar nichts, denn es ist eingesperrt und auch unsere Sachen sind nun eingesperrt. Jetzt habe ich noch einen Wunsch offen. Soll ich den gebrauchen?“

Und, was denkt ihr, hat er ihn gebraucht, den Wunsch? / Was er sich wohl gewünscht haben könnte?

J: „ich fische so gern, ich beobachte so gerne die wandernde Sonne und lausche den Wellen. Ich brauche all das Geld gar nicht, um die Dinge zu tun, die ich gerne mache. Lieber möchte ich nach Hause, in mein Bett, zu meinen Spielsachen und mit meinen Eltern zusammen essen und spielen. Das können wir ja auch, wenn wir am Tag noch andere Dinge tun. Ich wünsche mir, dass das ganze Geld wieder verschwindet.“

Hinweis

© Diese Geschichte wurde bearbeitet von der St. Niklausgesellschaft Dietikon.

Bei der Bearbeitung unserer Chlaus-Geschichten gehen die Original-Rechte oft verloren. Sollten wir mit der Publikation ein Copyright verletzen, bitten wir die Rechteinhaber, sich über das Kontaktformular bei uns zu melden. Wir werden das Copyright dann sofort klären und deklarieren.