D Legende vom Wiehnachtsbaum

Hend er scho emol drüber notenkt, worum jedesmol, wenn mer Wiehnacht fired, en Tannebaum i de Stube stoht und worum s Cherzli druf hät?

I wills eui verzelle:

Wo de Heiland uf d Wält cho isch, händ sich nöd nur d Maria und de Josef gfreut, nöd nu die drei König und d’Hirte uf em Feld, nei sogar d’Tier und d’Pflanze händ Freud gha. Ganz nöch vom Schtall vo Bethlehem isch e schtolzi Palme, en alte Ölbaum und es chlises Tännli gstande.

Tag für Tag händ die drei Bäum chöne gseh, wie vo überall her Lüt cho sind und s’Jesuschind bsuecht händ. Niemert, au wenn er no so arm gsi isch, häd leeri Händ gha. D’Könige us em Morgeland händ Gold und Edelschtei procht, d’Hirte vom Fäld händ Frücht und Wolle vors Chrippli ane gleit und en chline Hirtebueb häd uf sim Arm es schneewisses Schöfli treit.

Do händ die drei Bäum em Chrischtchindli au e Freud welle mache. D Palme häd gseit:

«Ich gib em Jesuschindli mis schönschti Blatt, das d’Maria als Fächer bruche chan , wenn’s heiss isch.»

«Und ich gib alli mini Frücht her», häd de Ölbaum gruschet. «De Josef chas denn usprässe und em Chind demit d Füess isalbe.»

Do häd de chli Tannebaum ganz schüch gfroget: «Und ich? Was cha ächt ich em Chrischtchindli schänke?»

Do händ de Ölbaum und d’Palme s’Tannebäumli ganz verächtlich aglueget und gseit:

«Du chasch em gar nüd gee, rächti Frücht häsch nöd und dini Äscht würded mit dene schpitzige Nodle no die chline Händ vom Jesuschind verschtäche.»

Das häd s Tannebäumli igseh und es isch ganz trurig worde wils elei keis Gschänk gha häd für’s Chrischtchind. Es häd d’Äscht la hange und vili harzigi Träne sind de Schtamm abekugelet.

En Engel aber, wo grad i de Nöchi gsi isch, häd alles gseh und ghört. Er häd Verbarme gha mit em Tannebäumli und häd em zueglüschtertet: «Wart nu, du muesch nöd trurig si.»

Er isch zum Himmel ufe gfloge , wo grad die erschte Schtärne glüchtet händ, und häd e paar devo abegholt. Natürli die chlinschte wo er gfunde häd.

Dänn häd er die glänzige Schtärnli uf em Tannebaum sini dunkelgrüene Äscht gschteckt. Underdesse isch es Nacht worde, aber de chli Tannebaum häd witume glüchtet und gschtrahlet.

Wo de chli Jesus dur die offeni Schtalltür dure de Liechterbaum gseh hät, do hät er gjuchzet zum erschte Mol glachet und sini Arme nach em usgschtreckt. De Tannebaum isch so schtolz und und glücklich gsi. D’Lüt händ gschtuned wo das gseh händ und sie händs überall witerverzellt.

So isch us dem Tännli de Wiehnachtsbaum worde und darf immer debi si wämmer de Geburtstag vom Chrischtchind firet. Und für d Schtärne wo mir nöd chönd vom Himmel hole tüend mir jetzt Chärze wo lüchtet an Chrischtbaum schtecke.

Hinweis

© Diese Geschichte wurde bearbeitet von der St. Niklausgesellschaft Dietikon.

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